LOUDERbacher Event: „Olé!“ im Fehrenbacherhof
Intensiver Einblick in deutsch-spanische Welten mit „Dos Mundos“


Bild/Text: Melanie Muñoz & Patrick Brohammer, Sonja Rajsp



"Ich schreibe nicht, was der Masse gefällt, sondern was ich ausdrücken will“, erklärte Melanie Muñoz, der spanische Teil des Duos. Seit mittlerweile achtzehn Jahren ist sie mit Patrick „Paddy“ Brohammer liiert, seit sechzehn Jahren verheiratet, und fast genauso lange machen sie gemeinsam Musik. Hinzu kommen die beiden Töchter – plus eine große, chaotische, liebevolle deutsch-spanische Verwandtschaft.
Sie singen von der gleißenden Hitze Andalusiens, von weißen Dörfern in der Mittagssonne. Wer schon mal da gewesen sei, der wisse, warum die Spanier Siesta machen, lachte Melanie Muñoz. Melodiös vertonte katalanische Gedichte wechselten sich ab mit fröhlichen Sevillanas und heißen Rumbas. Oft trug Melanie die Texte auf Spanisch vor, und Patrick sang im Kanon auf Deutsch.
Ob auf Deutsch oder Spanisch: Das Publikum im proppenvollen Fehrenbacherhof machte mit. „Olé, vamonos, otravez, guapa!“ war schnell gelernt, das „Halleluja“ von Leonard Cohen hieß auf Spanisch „Alleluja“ und erschallte schon beim ersten Versuch vollmundig aus vielen Kehlen.
Das musikalische Talent hat sich offensichtlich weitervererbt: Für ein Lied kamen die beiden Töchter Anna-Noelia und Lia-Salomé (zehn und neun Jahre alt) auf die Bühne und sangen „La Tararà“ mit.
Heiteres wechselte sich mit nachdenklichen Tönen ab: „Wann war der Zeitpunkt, an dem eine Pfütze kein Abenteuer mehr war, sondern nur ein Hindernis?“ fragten sich die zwei, und das einzige komplett auf Deutsch gesungene Lied war besonders eindrücklich: Ein Stierkampf, aus Sicht des Stieres. Da scheiden sich die Geister auch in der Muñoz -Brohammer-Familie. Die Jungen fänden Stierkampf schrecklich, der Opa halte viel von dieser Tradition. „Das kann schon mal zu Diskussionen führen“, erzählen die beiden.
Ganz wichtig sei ihnen der Inhalt ihrer Lieder. „Wir singen, was uns bewegt“. Dazu gehört auch das Anti-Kriegs-Lied „Para la guerra – nada“ von Marta Gomez. Das Lied handelt von den schönen Dingen des Lebens – und vom Krieg. „Für den Wind gibt es einen Drachen und für die Leinwand einen Pinsel. Für die Stille ein Wort, für die Seele ein Stück Kuchen. Für die Siesta eine Liege, für das Ohr eine Muschel. Für den Krieg gibt es gar nichts.“ In Zeiten wie diesen müsse man sich positionieren, und ihre Botschaft sei Liebe. „Para la guerra – nada“ sei mittlerweile ein Mitschreib-Lied, erzählt Muñoz nach dem Konzert. Tausende im Internet beteiligen sich und schreiben neue Verse von schönen Dingen, mit dem gemeinsamen Schlusssatz „para la guerra – nada“ – „für den Krieg – nichts“.
Wie im wahren Leben folgte auch beim spanischen LOUDERbacher Event Fröhliches auf Trauriges – und die allerletzte Zugabe fasste alles grandios zusammen: „Gracias à la vida“ – „Ein Dank ans Leben“ war der perfekte Abschluss für einen perfekten Abend.