Aufruf des Bürgermeisters

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner von Lauterbach,

nach zwei harten Jahren der Corona Pandemie mit zahlreichen Einschränkungen hatten wir uns aufgrund der Lockerungen auf eine Fasnet im kleinen Rahmen gefreut. Ungläubig schauten wir dann am Schmotzigen Donnerstag auf die Berichte in den Medien. Dass mitten in Europa wieder ein blutiger Krieg tobt, war vor wenigen Tagen für uns alle unvorstellbar. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern dieses brutalen Angriffs. Wir hatten in Zentral-Europa eine sehr lange Zeit des Friedens, wir hatten eine friedliche Wiedervereinigung Deutschlands aber auch Bürgerkriege in Jugoslawien oder der Ost-Ukraine. Das aber ein souveräner Staat in Europa von außen angegriffen wird, dieses Szenario hat unsere schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Als Reaktion auf den Einmarsch russischer Truppen versuchen aktuell viele Ukrainer nach Westen zu flüchten. Mehr als eine halbe Million Menschen sind laut Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen bereits in benachbarten Ländern angekommen. Allerdings müssen wir uns aufgrund des Kriegsgeschehens in der Ukraine darauf einstellen, dass auch Menschen nach Baden-Württemberg kommen werden. Bisher gibt es keine konkreten Prognosen, wie viele Personen für Baden-Württemberg erwartet werden. Die Aufnahmequote des Landkreises Rottweil liegt bei 1, 5 %, d.h. 1,5 % aller in Baden-Württemberg ankommenden Flüchtlinge müssen vom Landkreis Rottweil untergebracht werden. Es wird erwartet, dass ein Teil der flüchtenden Menschen eine private Unterkunft bei Verwandten oder Bekannten finden wird, dass aber viele andere auf eine öffentlich organisierte Aufnahme angewiesen sein werden. Dabei soll in Baden-Württemberg für die Fälle, die einer öffentlichen Aufnahme bedürfen, am Grundsatz des dreistufigen Aufnahmeverfahrens festgehalten werden. Allerdings soll eine Aufnahme in die Vorläufige Unterbringung bei den Stadt- und Landkreisen sehr kurzfristig erfolgen. Der Landkreis hat aktuell im Februar und März zwei zusätzliche Unterkünfte angemietet, so dass derzeit rd. 100 freie Plätze zur Verfügung stehen. Allerdings musste der Kreis im Februar 2022 insgesamt 47 Personen aus der Erstaufnahme in die Vorläufige Unterbringung übernehmen. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Zahlen in absehbarer Zeit entspannen werden. Da wegen der erwarteten Flüchtlingszugänge aus der Ukraine mit erhöhten Zugängen zu rechnen ist, benötigt der Kreis dringend weitere Unterkünfte. Der Landkreis bittet daher um Prüfung und Mitteilung, ob und ggf. wo in unserer Gemeinde geeignete Objekte für die Unterbringung von geflüchteten Personen zur Verfügung gestellt werden können. Die Rückmeldung erbitten wir zweckmäßigerweise sowohl an die Leiterin des Sachgebiets Umsiedlungs- und Flüchtlingswesen, Frau Ernst, Tel.: 0741/244-260, E-Mail: karina.ernst@lrarw.de als auch an die Gemeindeverwaltung, info@lauterbach-schwarzwald.de, 07422-9497-0.

Die Not der Menschen und damit ihr Bedarf an Unterstützung ist groß. Damit Hilfe tatsächlich ankommt, bittet das Internationale Rote Kreuz sehr eindringlich darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungs-Strukturen nicht zu blockieren. Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern die humanitäre Arbeit vor Ort. Zuletzt haben die Zentralen des Polnischen und Ukrainischen Rotes Kreuz in einem Appell an ihre Schwestergesellschaften darauf hingewiesen, dass keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht abgesprochener und nicht angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangeboten bestehen.

So groß das Entsetzen über den Angriff Russlands auf die Ukraine ist, so riesig scheint auch die allgemeine Anteilnahme und Hilfsbereitschaft in der Region. Zum koordinierten Umgang mit Hilfs- und Solidaritätsangeboten durch Kommunen, Vereine, Initiativen und Privatpersonen entwickelt das Justizministerium kurzfristig ein entsprechendes Melde-Formular, mit dem Hilfsangebote an die Stadt- und Landkreise gemeldet werden sollen.

Ferner besteht die Möglichkeit die Hilfsorganisationen zu unterstützen, diese können gezielt und koordiniert Hilfe in die Ukraine und zu den betroffenen Personen organisieren:

Aktion Deutschland Hilft / Bündnis Entwicklung hilft, IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600, BIC: COBADEFFXXX, Commerzbank, Stichwort: Nothilfe Ukraine

UNO-Flüchtlingshilfe e.V., IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50, BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn, Stichwort: Nothilfe Ukraine

UNICEF, IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00, BIC: BFSWDE33XXX, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort: Ukraine

SOS-Kinderdörfer, IBAN: DE22 4306 0967 2222 2000 00, BIC: GENODEM1GLS, GLS Gemeinschaftsbank, Stichwort: Humanitäre Hilfe Ukraine

Caritas international, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, BIC: BFSWDE33KRL, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine-Krieg

Wir sind in Gedanken bei unseren ukrainischen Freunden und hoffen mit Ihnen, dass dieser sinnlose Angriffskrieg bald ein gutes Ende findet.

Über kurzfristige Entwicklungen, Hilfsangebote, etc. werden wir aktuell auf unserer Homepage informieren.

Norbert Swoboda

Bürgermeister

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Einladung zum Friedensgebet für die Ukraine

Nach Jahrzehnten des Friedens herrscht wieder Krieg in Europa. Schockiert schauen wir in die Ukraine, die der militärischen Invasion Russlands ausgesetzt ist. Schon jetzt bedeutet die Situation für die Menschen in den Kriegsgebieten unsägliches Leid. Als Christen verurteilen wir kriegerische Gewalt und deshalb auch die Invasion der Ukraine durch Russland. Unsere Bestürzung angesichts des Krieges tragen wir im Gebet vor Gott, der sich am Ende immer als mächtiger erweist als die Mächtigen dieser Erde.

Wer seine Solidarität und sein Mitgefühl mit den Menschen in der Ukraine zeigen möchte, ist am Sonntag, 13. März um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael in Lauterbach willkommen. Wir stehen zusammen für die Menschen in der Ukraine und für Frieden in der Welt.